Leerstand in der Kaiserpassage

Große Anfrage der Bzv. Elisabeth Struwe (Allianz für Bonn) an die Bezirksvertretung Bonn, Sitzung am 31.05.2017 (DS 1711451)

Von | 10. Mai 2017
Kaiserpassage

Fragestellung:

Die Verwaltung wird gebeten, zu folgenden Fragen Auskunft einzuholen und die Ergebnisse der Bezirksvertretung vorzustellen:

1) Gründe für den Leerstand der Kaiserpassage:

a) Wie erklärt die Zurich-Gesellschaft als Eigentümerin der Kaiserpassage das mangelnde Interesse von potentiellen Geschäftsleuten an den Ladenlokalen in der Kaiserpassage?
b) Wie beurteilen die noch verbliebenen Mieter die Situation?

2) Welche zukünftigen Pläne verfolgt die Zurich-Gesellschaft mit der Kaiserpassage?

3) Welche Möglichkeiten sieht die Verwaltung sowohl bei der Kaiserpassage wie auch bei anderen Leerständen beratend und unterstützend einzugreifen?

4) Wenn selbst eine Passage wie die Kaiserpassage in bester Lage und elegantem Ambiente im Niedergang begriffen ist, inwiefern glaubt die Verwaltung, dass eine „Mall“ 1) bzw. „Passage“ an einer anderen, weniger frequentierten Stelle (z.B. das Viktoria-Karree) wirtschaftlich prosperieren könnte?

Begründung:

Nachdem auch das Restaurant „Ente“ in der Kaiserpassage geschlossen hat, verödet der Innenbereich der Kaiserpassage immer mehr, lockt damit immer weniger Passanten an und könnte das wirtschaftliche Überleben der restlichen Geschäfte auf lange Sicht gefährden. Einige Geschäftslokale sind bereits seit mehr als drei Jahren nicht mehr vermietet.

Dieser Zustand ist auf Dauer nicht akzeptabel und es besteht daher dringender Handlungsbedarf.

Außerdem ist es für die weiteren Planungen zur Stadtentwicklung wichtig, die Ursachen für die fehlende Akzeptanz der Kaiserpassage aus Sicht der Mieter und des Vermieters zu ermitteln. Ursachen könnten z.B. sein:

  • dass Passagen und Malls 1) in unserer Region generell von Kunden als auch Ladeninhabern weniger akzeptiert werden.
  • dass in diesem speziellen Fall das Verhältnis zwischen den Mietern und der Zurich-Gesellschaft sich aus unbekannten Gründen als schwierig erweist.
  • dass die Miete nicht in einem akzeptablen Verhältnis zum Umsatz der Mieter steht.
  • dass die vermietende Gesellschaft ihr Engagement in Bonn generell zurückfahren möchte und sich daher nicht intensiv um die Vermietung kümmert.

Die aus der Untersuchung gewonnenen Erkenntnisse könnten die Planungen zusätzlicher Malls 1), wie z.B. im Viktoria-Karree oder am Bahnhof, beeinflussen.

1) Die Vorstellung, was unter einer „Mall“ zu verstehen ist, ist nicht einheitlich. Im Allgemeinen wird in Deutschland unter „Mall“ ein Einkaufszentrum verstanden, das als Einheit geplant, errichtet, vermietet und verwaltet wird. In der Regel handelt es sich dabei um ein überdachtes Einkaufszentrum.